Eltern sein, Eltern werden - EBBL.ch

Dez 06, 2016

Ihr Kind ist im Vorschulalter? Dann sollten Sie die richtige Erziehung beachten!

Ein wütendes Mädchen hält sich die Hand vors Gesicht Wer kennt das nicht? Ein Kind legt sich auf den Boden, strampelt, heult, schreit unflätige Sachen. Eltern sind in dieser Situation oft ratlos, was zu tun ist. Es ist eine schwierige Situation. Im folgenden Text wollen wir uns mit solchen Situationen und Ihren Gründen auseinandersetzen.

Ankommen in der Realität

Bis zum etwa vierten Jahr haben Kinder sehr viel über ihre Umwelt gelernt haben und gelernt, sich zu sozialisieren. Danach fängt eine neue Phase an. Kinder fangen an, die Welt nicht mehr nur aus Ihrer eigenen Sicht zu sehen, sondern auch zu reflektieren. Sie nehmen die Realität mehr und mehr wahr.

Das ist eine notwendige Entwicklung, stellt Eltern aber oft vor große Probleme. Denn das Kind ist jetzt in der Lage, zu verstehen, was wirklich geschieht. Es ist nicht mehr gewillt, diese Realitätswahrnehmung einfach zu tauschen. Sprich: Wenn es etwas schlecht findet, dann ist es eben auch schlecht. Oder bedrohlich.

Ablenkungen werden in dieser Phase immer schwieriger. Erschwerend komt hinzu, dass Kinder volatil handeln. Sie interessieren sich für alles Mögliche. Autos, Beziehungen, Tiere usw. Die Interessen wechseln dabei schnell und auch das Verständnis, was zu ihrer Realität führt, ist, natürlich, unvollständig.

Überforderung und zu hohe Erwartungen

Deshalb sind Kinder in diesem Alter zwar nicht nur besonders lernfähig, sie werden auch häufig von Ihrer Umwelt überfordert. Eltern machen dabei oft den Fehler, ihr logische Rezeption zu überschätzen und die Gefühlswelt zu unterschätzen. Dieser Eindruck wird verstärkt durch eine oft schon beeindruckende Artikulationsgabe wie auch durch das Bedürfnis des Kindes, sich als eigenständigen Menschen zu begreifen. Die Bindung zu den Eltern wird geringer und die Kinder lernen sich abzugrenzen.

Eltern sehen in dieser Phase ihr Kind oft in der Entwicklung weiter, als es ist. Deshalb fordern sie logische Einsicht, Rationalität und Gehorsam. "Wie kannst Du das nicht verstehen?" Das Kind ist aber erst in einer Übergangsphase. Es sieht zwar so aus, kann aber viele Dinge noch gar nicht verstehen.

Stabile Umwelt

Da Kinder in diesem Alter noch sehr volatil sind, ist es wichtig, Ihnen eine stabile Umwelt zu geben:

  1. Klare Regeln
  2. Regelmäßgie Lebensführung
  3. Rituale

Mit den klaren Regeln lernt das Kind, dass seine Handlungen in gewissen Bahnen erfolgen müssen, um in der Umwelt klar zu kommen. Es kann nicht alles tun und lernt, sich selber Grenzen zu setzen.

Regelmäßige Lebensführung gibt dem Kind halt. Sei es ein konstantes soziales Umfeld und der gleiche Kindergarten: die Dinge wiederholen sich, das Kind kann nach einem anstrengenden Tag sich darauf verlassen, wieder anzukommen.

Genau in die selbe Richtung zielen Rituale. Viele Rituale haben Sie bestimmt schon implementiert, z.B. beim Zähneputzen. Wie wäre es, dies auszubauen? Rituale geben dem Kind Sicherheit in der Ausführung.

Im Bad der Gefühle - ruhig bleiben!

Darüberhinaus führt die Volatilität auch zu großen Schwankungen zu negativen Gefühlen, ähnlich wie in der Pubertät. Kinder können jetzt das ganze Spektrum der Gefühle in kurzer Abfolge zeigen, z.B. Lust, Spaß, Liebe, Verachtung, Hass und Aggression.

Besonders mit den negativen Gefühlen haben Eltern oft Probleme und spiegeln diese. Das führt mitunter zu einer negativen Spirale, in der sich alle schlecht fühlen. Bleiben sie gelassen. Wenn Sie es nicht sind, wie soll es Ihr Kind erst schaffen?

Zusammenfassung

Oft liegen die Probleme der Kinder an einer falschen Handhabung durch die Eltern. Bieten Sie ihrem Kind eine stabile Umfeld, überfordern Sie es nicht und schaffen Sie es, auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. Wenn Ihnen dies gelingt - ja, es ist schwer - schaffen Sie es auch durch diese Phase!